Reaktionen

Afroguide.de-Redaktion

Die Redaktion der Seite „afroguide-Portal für afro-deutsche Bildung und Erziehung“ und Ulrike Düregger als Verantwortliche für die Text- und Bildredaktion wurde im Anschreiben des offenen Briefes aufgefordert, die kritisierten Darstellungen von der Website zu entfernen bzw. von Grund auf zu überarbeiten und sich der redaktionellen Verantwortung und Multiplikationswirkung als Bildungsportalbetreiber bewusst zu werden.

Bis heute haben wir darauf keine Antwort erhalten.

(Stand: 03.05.2013)

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SPI, Herausgeberin der Website

Die Stiftung Sozialpädagogisches Institut Berlin (SPI) ist Herausgeberin der Website „afroguide.de“. Deshalb haben die veratwortlichen Autorinnen  der SPI den offenen Brief ebenfalls geschickt und sie gebeten, ihr weiteres Engagement bezüglich der Seite zu überdenken, bzw. von den weiteren Entwicklungen abhängig zu machen. Daraufhin teilte uns der damalige Stiftungs-Vorsitzende Hartmut Bocke Ende März 2013 mit, dass er die alleinige inhaltliche Verantwortung bei der Redaktion der Seite sieht. Diese Sicht teilen wir so nicht und haben das noch einmal folgendermaßen konkretisiert:

„Aus unserer Sicht liest sich das afroguide-Portal als Dokumentation eines in der Tat unterstützenswerten und unterstützungsnötigen Lern-und Erfahrungsprozesses einer Selbsthilfegruppe. Dafür wäre die Seite sicherlich ein ihrem Stiftungsgrundsatz gemäß förderungswürdiges Beispiel.Aber leider definiert sich die Seite allein schon über ihren Namen als „guide“=Führer, als „Portal für afro-deutsche Erziehung und Bildung“. Ahnungslose Besuche_innern der allgemein zugänglichen Seite wird so suggeriert, auf qualitativ hochwertige Informationen mit überindividuellen Bedeutungsgrad zu treffen. Dem ist aber nicht so! Der fälschliche Eindruck der Kompetenz wird durch die Betonung des eigenen Erfahrungswissens, dem Geben von Handlungsempfehlungen auf der Seite und durch das Angebot der externen Beratung verstärkt. Dadurch werden unvoreingenommene Leser_innen in die Irre geführt. Einem quasi Peer-Review halten die Darstellungen der Seitenbetreiber_innen wie gezeigt nicht stand. Dieser Ebene der inhaltlichen Auseinandersetzung und Verantwortung können Sie sich als Stiftung nicht entziehen. Darum haben wir uns zu dem Schritt der öffentlichen Gegenpositionierung entschlossen. Wir berücksichtigen in unserer Darstellung auch die Erwartungshaltung potentieller Leser_innen der öffentlichen und von Ihnen herausgegeben Website. Dazu fühlen wir uns auch im Interesse unserer von unreflektierten, weißen Projektionen betroffenen Schwarzen Kinder als verantwortungsvolle Eltern verpflichtet.“

Im April 2013 hat beim Stiftungsvorsitz eine Personalwechsel stattgefunden. Darum haben wir die SPI erneut angeschrieben und um Stellungnahme gebeten:

„Sehr geehrte Frau Dr. Hoppe,

wir möchten uns als Hauptautorinnen dieses offenen Briefes https://offenerbriefafroguide.wordpress.com nun an Sie als die auf Herrn Brocke folgende Ansprechpartnerin wenden.
In unserem offenen Brief kritisieren wir das Auftreten und die Darstellungen der Afro-deutschen Spielgruppe Berlin auf ihrer Erziehungs- und Bildungsportal-Website www.afroguide.de, für die Sie als Stiftung SPI als Herausgeber fungieren. Wir kritisieren, dass die inhaltlichen Positionen, die dort teilweise vertreten werde, nicht mit ihrem Stiftungszweck vereinbar sind. Weder wird die Völkerverständigung noch die Selbsthilfe gefördert, wenn rassistische Stereotype in Rat und Tat bewusst weiter reproduziert werden. So werden z.B. Haare von Schwarzen als problematisch und türkisch-deutsche Menschen als sprachdefizitär dargestellt. Auch zeigen wir in unserem Brief auf, wie die Selbsteinschätzung Pionierarbeit zu leisten und (weißer) Teil der afro-deutschen Community (?!) zu sein, auf der Ignoranz und Vereinnahmung der Leistungen der tatsächlichen Akteur_innen beruht. Konkrete Hinweise auf Urheberrechtsverletzungen auf dem Webportal werden ignoriert und kritische Kommentierungen unterbunden.
Wir sind zu der Einschätzung gelangt, dass diese Website nicht zu der Lösung sozialer Probleme beiträgt, sondern sie weiter miterschafft. Dieses öffentliche, sichtbar durch Ihre Stiftung abgesegnete und selbsternannte Bildungsportal schafft mehr von rassistischen Zuschreibungen Betroffene, als dass es dazu beitragen würde, rassistische Strukturen abzubauen. Wir meinen, dass die Stiftung als Förderin und Herausgeberin dafür mitverantwortlich ist und bitten Sie diesbezüglich um eine Stellungnahme.“

(Stand: 03.05.2013)

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